Der KAV und die Ethik, die er gerne hätte…

Herr Generaldirektor Udo Janßen wirft der Wiener Ärzteschaft also unethisches Verhalten vor. Ich frage mich, womit er dies begründet.

Eine einwandfreie Patientenversorgung für die Wiener Bevölkerung zu gewährleisten wird langsam aber sicher zu einer unmöglichen Aufgabe. Es bleibt immer weniger Zeit für die Patientinnen und Patienten, wir arbeiten nach wie vor über die Normalarbeitszeit hinaus, mit dem Unterschied, dass Überstunden nicht mehr ausbezahlt werden. Die Wiener Ärztinnen und Ärzte gehen allesamt an ihr Limit, nur damit die Patientinnen und Patienten nicht zu Schaden kommen. Seitens des KAV werden immer mehr Steine in den Weg gelegt, wird immer weiter gekürzt und gestrichen und dennoch versucht die Wiener Ärzteschaft alles, damit die Patientinnen und Patienten nicht darunter leiden müssen.

Sieht so unethisches Verhalten aus?

Kein Wunder, dass ein Drittel der österreichischen Klinikärzte sich nicht noch einmal für den Arztberuf entscheiden würde und zwei Drittel der Medizin-Absolventen ins Ausland wollen. Die zu erwartenden Arbeitsbedingungen sind mehr als abschreckend. Zu wenig Personal, zu viele Patienten und zu viel Bürokratie – seine Angestellten unter solchen Bedingungen arbeiten zu lassen ist verantwortungslos und unethisch!

Von einem anonymen Facharzt am Otto-Wagner-Spital

3 Kommentare
  1. irene lanz
    irene lanz says:

    der herr generaldirektor ist ein manager und hat keine ahnung von einem spitalsbetrieb, arztausbildung usw. woher soll er wissen, was ethisches verhalten ist. mit dem KAV geht es seit einigen jahren rapid bergab, die leidtragenden sind patienten, ärzte, pflegepersonal, verwaltung, hausaufsicht usw. lasst euch das nicht gefallen, wir brauchen keine manager aus nachbarsländer, wir haben selbst qualifizierte ärztl. direktoren oder verw. direktoren die den posten des generaldirektors übernehmen können und von der basis kommen.

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    • Peter Fasol
      Peter Fasol says:

      Die Frage ist nur, ob man einen derart Rathaushörigen findet. Herr Janßen ist kein Manager, Herr Janßen ist ein klassischer „Sanierer“. Der tut, was ihm sein Autraggeber anschafft und sonst nichts. Ohne Rücksicht auf irgendwen, außer auf sein eigenes Image als Sanierer. Aber wie im unten stehenden Post schon geschrieben: Alle baden jetzt das Versagen unserer Politiker aus.

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  2. Christine Delnicki
    Christine Delnicki says:

    Das Problem ist nicht unethisches Verhalten der Ärzte. Das Problem ist das Weigern der Politik das Gesundheitssystem realpolitisch zu reformieren. Jetzt wird die Realität eng für die Politik und die Ärzte weigern sich, das Scheitern der Politik auf sich zu nehmen. Es mögen auch andere Bereiche soviel Zivilcourage haben…aber natürlich geht das auf Kosten von Unschuldigen.

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