Die Ärztekammer fordert Zentralinstitute für Physikalische Medizin und Rehabilitation in allen KAV-Häusern

von Dr. Friedrich Hartl, Referat für Qualitätssicherung der Niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer für Wien

Weltweit gibt es immer mehr Menschen mit Behinderung. Laut dem durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellten „World Report on Disability 2011“ liegt das einerseits an der höheren Lebenserwartung und andererseits am Anstieg chronischer Krankheiten.

Menschen mit Behinderungen haben ein höheres Risiko für Sekundärprobleme, für Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) und für Verletzungen im Alter. Daher fordert die WHO in ihrem „Global Disability Action Plan 2014-2021“, dass Rehabilitationsmedizin so früh wie möglich im Akutspital beginnen soll. Es macht durchaus Sinn, dass die Behandlung funktioneller Defizite durch ein multiprofessionelles Team bereits parallel zur akutmedizinischen Betreuung beginnt.

Bisherige Forschungsergebnisse wie z.B. der Wiener „Mobility-Day“ haben eindeutig gezeigt, dass durch eine frühfunktionelle Behandlung und Remobilisation gerade auf Akutabteilungen eine Verkürzung der Liegedauer und eine Reduktion der Wiederaufnahmeraten erzielt werden.

Wenn die Stadt Wien ihren Ruf als eine der Welthauptstädte der Medizin nicht verlieren will, müssen auch im Bereich der Frührehabilitation entsprechende internationale Forschungsergebnisse im Wiener Krankenanstaltenverbund zeitnah umgesetzt werden. Eine optimale Leistungserbringung kann nur in Form von Zentralinstituten für physikalische Medizin und Rehabilitation, in der alle relevanten Gesundheitsberufe eingebunden werden, erfolgen! Große und wichtige Kliniken wie die Berliner Charité oder das Ludwig-Maximilian-Universitätsklinikum in München machen dies bereits seit Längerem vor. Dies weist auch die in Zusammenarbeit mit der Gesundheit Österreich G.m.b.H erstellten Versorgungsstudie „Physikalische Medizin und Rehabilitation in Österreich – Aktualisierung 2015“  klar nach.

Deswegen fordert die Ärztekammer für Wien Zentralinstitute für Physikalische Medizin und Rehabilitation als einzig sinnvolle organisatorische Lösung in allen KAV-Häusern! Das bringt eine wesentliche Erleichterung für den Patienten und das Gesundheitssystem.

Allen anderen Ansätzen, die vereinzelt diskutiert werden, wie beispielsweise die Zuordnung der Physiotherapeuten zu den einzelnen Abteilungen, erteilt die Ärztekammer für Wien eine klare Absage.

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