Es geht um nicht weniger als die ärztliche Versorgung der Wienerinnen und Wiener

Geschätzte Adressaten,

Als Verfasser dieser Zeilen darf ich behaupten, dass ich weiß, wovon ich spreche! Als Student arbeitete ich als Stationsgehilfe auf einer Pathologie. Nach der Promotion, es war die Zeit der „Ärzteschwemme“, war ich ein Jahr lang als „Arzt im Pflegedienst“ tätig. Ich musste mich damals per Unterschrift verpflichten, auf die Anrede „Herr Doktor“ zu verzichten! Nach einem Jahr konnte ich dann als Turnusarzt in einem Privatspital arbeiten. Nach weiteren Stationen, u.a. im AKH, wo ich eine Assistentenstelle an der Univ.-Klinik für Unfallchirurgie bekleidete, begann ich 1994 die Facharztausbildung: Allgemeinchirurgie, Herzchirurgie und Gefäßchirurgie. Seit 2007 bin ich aktiver Funktionär der Ärztekammer für Wien, bin u.a. Mitglied des Niederlassungsausschusses, Co-Referent in der Servicestelle für Jungärzte und leite den Medizinalratausschuss. Natürlich bin ich Mitglied der Kurie der Angestellten Ärzte und habe deren Beschlüsse aktiv mitgetragen. Für den Kurier schreibe ich Artikel als sogenannter Gesundheitscoach.

Eines sei bezüglich der Debatte um die Spitalsärzte klargestellt: Es geht hier weder um die Befindlichkeit einer Einzelperson, noch um deren Qualifikation bzw. deren individuelles Einkommen! Es geht hierbei UM DIE SACHE! Und diese lautet: die ärztliche Versorgung der Wienerinnen und Wiener! Diese kann nur durch ausgeruhte, in ihrem Wirken geschätzte und adäquat honorierte Ärztinnen und Ärzte in funktionierenden Systemen gewährleistet werden! In diesem Diskussionsprozess haben Neiddebatten, falsch verstandener politischer Gehorsam und Schönfärberei keinen Platz!
Wenn Politiker meinen, in einem Wahljahr einen Konflikt mit Ärzten austragen zu müssen, ist das deren Sache. Gesundheitliche Anliegen der Bevölkerung Wiens sind Sache der in dieser Stadt tätigen Ärztinnen und Ärzte!

Deshalb werden wir als Standesvertreter auch nicht müde werden, unsere Sorgen zu publizieren. Wir kratzen an niemandes Integrität, lassen uns aber VON NIEMANDEM als überbezahlte Faulpelze, die in ihr Krankenhaus fahren, um sich dort auszuschlafen, degradieren! Umso mehr müssen wir als Mandatare der Ärztekammer auf den Plan treten, nachdem uns die eigene Gewerkschaft mehrmals signalisiert hat, was sie von uns hält. Konfuzius sagte: „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd!“ Wir sind der Wahrheit im Sinne des Wohlergehens der Bevölkerung verpflichtet. Wir laufen vor niemandem davon und haben einen langen Atem!

Mit besten Grüßen,
Peter Poslussny

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